Ein Licht über dem Kopf

21. Dezember 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Wenn ich deutsch schreibe, fühle ich mich ganz anders. Es ist, als hätte ich einen Eiszapfen in der Hand, und den muß ich solange halten, bis er zu schmelzen beginnt. Und jeder kleine Tropfen ist ein Wort, das geboren wird. Die Worte kommen zwar nicht fließend, aber dafür kennt jedes Wort die Wärme meines Körpers.

Christa Stippinger [Hrsg]: weltenzwischenwelten. Dimitré Dinev im Gespräch. Wien: edition exil, 1997, S 43

Ich habe keine Ahnung mehr wann und wo ich weltenzwischenwelten in den Händen gehalten habe, aber Dimitré Dinevs Worte über sein Verhältnis zur deutschen Sprache haben sich mir tief eingeprägt. Seit dem behandle ich Werke von Autoren, die in einer anderen Sprache als ihrer eigenen schreiben, mit allergrößter Ehrfurcht. Zu mindest meistens.

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I am nothing

7. Dezember 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

I am nothing and nobody. My house went bang. My cat was stuck to a wall. I wanted to pull it off. They wouldn’t let me. They threw it away.

Dieter Wessels [Hrsg.]: Classic Science Fiction Stories. Eric Frank Russell: I am nothing. Stuttgart: Reclam. 2003, S 63

Alle heiligen Zeiten versuche ich mich dem zu zu wenden, vor dem ich normaler Weise vor Abscheu zurück schrecke. Weihnachten naht – eine heilige Zeit, die mir Gelegenheit bietet, meine Vorurteile zu überwinden. Zum Beispiel Science Fiction gegenüber.  (Ich verdränge im Übrigen gerne, dass ein paar meiner hochverehrten Lieblingsautoren auch diesem mir so verhassten Genre zu geordnet werden können. Jules Vernes zum Beispiel.)

‚Diesmal hat es sich gelohnt, über meinen Schatten zu springen. „I am nothing“ hat mich für sich eingenommen, da es sich in erster Linie um eine Charakterstudie handelt. Mr. Korman, politischer Alleinverantwortlicher für einen Planeten Morcine, führt Krieg gegen den Planetoiden Lani. Weil er will. Basta. Keiner hat sich seinem Wort entgegen zu stellen. Sein Sohn ist Soldat und wird von seinem Vater medienwirksam an forderster Front stationiert. Prompt schickt dieser ein Mädchen nach Hause, kündigt seine Ankunft in einem Brief an: „Better tell you I’ve become the willing slave of a Lanian girl.“ Korman verfällt sofort in Rage. Sein Sohn, ein Schwächling! Lässt sein Herz von einer Frau erweichen. Anfängerfehler!

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