Анна Ахматова „Requiem“

16. August 2013 § 3 Kommentare

На прошлой неделе я прочитала стихотворение «Requiem» Анны Ахматовны. Она описывает, как её сына за гроши посадил в тюрьму во время режима Сталина. Она рассказывает об унынии в тюрьме и о страхе смерти. У неё чудесное чувство для мелодии языка и запоминающаяся метафора как, например «каменное слово» (= приговор) или «как из-под век выглядывает страх».

Мой любимой стих был:

Нет, не под чуждым небосводом,
Не под защитой чуждых крыл –
Была тогда с моим народом,
Где мой народ, к несчастью, был. (Апрель, 1957)

Я уже прочитала некоторые стихи Анны Ахматовны и я ею восхищаюсь. Сейчас я учу наизусть один из её стихови, под названием «Легкие летят недели» (1939).

Anna Achmatowa: Requiem. Berlin: Oberbaum Verlag, 1987

Advertisements

Milena Michiko Flašar: Ich nannte ihn Krawatte

22. Juni 2013 § Ein Kommentar

Ich habe das Buch gekauft, mehr um des Autorennamens Willen, als wegen des Titels oder des Einbands auf dem ein paar hübsche Koifische im Nichts aneinander vorbei schwimmen. Dabei kenne ich die Autorin gar nicht – habe noch nie etwas von ihr oder über sie gelesen. Ich fand, in ihrem Namen verbirgt sich ein Geheimnis. Milena, das klingt griechisch, Michiko ist eindeutig japanisch und Flašar – ich dachte, vielleicht kroatisch-nein; ungarisch. Also hab ich es gekauft und als erstes die Autorenbiografie gelesen. Na sowas, Österreicherin, lebt in Wien. Hier bei mir!

„Ich nannte ihn Krawatte“ spielt in Japan. Die Erzählung dreht sich um einen jungen Mann, der jeglichen menschlichen Kontakt aufgegeben hat – auch den zu sich selbst. Das Buch beginnt mit einer ganz entscheidenden Veränderung in Hiros Leben. Zum ersten Mal seit Jahren geht er nach draußen. Der erste Ausflug fällt schwer. Ein Mensch rempelt ihn an; ihm wird schlecht. Er läuft hinüber in den Park um sich zu übergeben.
Von nun an geht er jeden Tag dort hin und lernt einen 58-jährigen Mann kennen, der seinen Job verloren hat. Er fährt tagtäglich in Anzug und Krawatte, die Aktentasche schwenkend, von zu Hause fort um seiner Frau nicht die Wahrheit gestehen zu müssen. Aber Hiro gegenüber tut er’s. Sie gestehen sich alles.

Man lebt nur einmal, heißt es, warum stirbt man so oft. S 124

Das Buch drückt die Stimmung. Es handelt davon wie viel ein Mensch ertragen kann – und was passiert, wenn er sich selbst nicht mehr ertragen kann. Beim Lesen hatte ich oft feuchte Augen und manchmal wollte ich das Buch zur Seite legen und rufen: „Aber das Leben ist doch so schön!“
Es ist kurz aber sehr gehaltvoll – sprachlich wie inhaltlich. Am besten gefiel mir der Schluss. Nicht weil ich des Lesens müde oder weil mir die Lektüre zuwider gewesen wäre – sondern weil es nach all dem traurigen Scheitern noch ein lebensbejahendes Versprechen gibt.

Milena Michiko Flašar: Ich nannte ihn Krawatte. Berlin: Wagenbach, 8. Auflage, 2013

Frühling auf dem Mond

5. Juni 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Frühling und der Mond hüpfen in letzter Zeit fröhlich durch mein Bücherregal. Erst verabschiedet sich Kawakami mit den hoffnungsvollen Worten „Bis nächstes Jahr im Frühling“, nun blüht laut Julia Kissina „Frühling auf dem Mond“ und demnächst wird Daniel Bakopoulos‘ flehentliches „Please don’t come back from the moon“ bei mir im Postkasterl landen. Der Zufall hat mir da ein interessantes Thema beschert.

Mond, das ist ein sehnsuchtsvolles weltentrücktes Wort. Unsere Protagonistin ist ausgewiesene Lunatikerin und beobachtet mit großen Augen den Zerfall ihrer Heimatstadt um sich herum. Während alles Alte verlöscht, entwächst sie mit jedem Jahr ihrer Kindheit. Wie Phönix aus der Asche steigt sie aus dem entrücktemn Kiew auf. Ihre morbide Faszination kündigt sich schon im ersten kurzen Kapitel an. Dort läuft man rasch von Betrachtungen über den Tod zur Zurschaustellung des zurück gebliebenen Leibes im anatomischen Theater zum Verschlingen von totem Fleisch über. Hier bekundet sich einer zum Vegetarismus, da das Verspeisen unserer „niedrigsten Brüder“ (S 142), den Schweinen, für ihn dem Kannibalismus gleich kommt. (Später erfährt man, dass dieser Person nach einem Infarkt bei einer geheimen und experimentellen Operation die Herzklappe eines Schweines eingesetzt wurde.) Dort kostet das Kind neugirieg und unwissentlischt die Asche einer verstorbenen Bekannten. Wir wohnen einer Hochzeit mit einem toten Schauspieler bei und hören von den Erwachsenen, wie sie über ihre Maschinengewehrkindheit sprechen.

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

Schnitzler: zum Schreien alt und einsam

20. Dezember 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Seit November gibt das Volkstheater Arthur Schnitzlers „Der einsame Weg“ – und ich hatte vor Kurzem die Möglichkeit vorbei zu schauen.

Erfreulicher Weise hat Ressigeur Alexander Nerlich darauf verzichtet, Schnitzlers Text zu verfälschen, eine leider aller Ortens übliche Praxis. Peter Turrini wäre höchst zufrieden. Ich bin höchst zufrieden! Danke Peter! Vielleicht haben wir das deiner Rede zu verdanken! Wer also Schnitzler hören will, wie er buchstäblich im Buche steht, der/die hat nun Gelegenheit dazu. (Für all diejenigen, die ihr Reclam gerade nicht griffbreit haben gibt es weiter unten eine kleine Zusammenfassung.)

« Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan Beiträge mit dem Schlagwort Tod auf Buchlogbuch.